Geschichte

Das Technische Hilfswerk wurde 1950 im Auftrag des Bundesministers des Inneren, Dr. Gustav Heinemann, durch Otto Lummitzsch als eine Organisation bestehend aus ehrenamtlichen Helfern für den technischen Katastrophen- und Zivilschutz gegründet. Bereits im Jahr 1953 folgte die Gründung des Ortsverbands Tübingen in einer Baracke in der Eisenhutstraße in Tübingen, heute ein Stadtwerksgelände.

Der Gründer Otte Lummitzsch hatte in diesem Bereich bereits einiges an Erfahrung gesammelt. Als ehemaliger Pionieroffizier hatte er 1919 die Idee, ehrenamtliche Helfer mit technischem Fachwissen zu gewinnen, um bei Katastrophen und Unglücksfällen mit technischem Gerät Hilfe zu leisten. Dies war notwendig da nach den Auflagen an das deutsche Militär nach dem 1. Weltkrieg einen personellen Zuwachs für diese Zwecke nicht erlaubt waren. Er gründete 1919 die Technische Nothilfe, eine Organisation die damals bereits ausdrücklich vom humanitären Gedanken getragen wurde.

1934 zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Technische Nothilfe im Zuge der Gleichschaltung zu den Zwecken des Naziregimes missbraucht und Lummitzsch verlor seinen Posten da er sich weigerte, sich von seiner „halbjüdischen“ Frau scheiden zu lassen. Er fand eine Anstellung als Direktor bei der Zentralverwaltung der AEG in Berlin und später als Ingenieur. Nach der Gründung der Bundesrepublik 1950 erinnerte man sich an den Gründungsgedanken seiner Technischen Nothilfe und gab ihm erneut einen Auftrag, die Gründung das Technische Hilfswerks.

Das Technische Hilfswerk erfuhr über die Zeit mehrere Umstrukturierungen und wurde 1958 in das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz eingegliedert. Seit 1993 ist das Technische Hilfswerk eine selbständige Bundesbehörde und trägt die Bezeichnung Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.

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