Trinkwassereinsatz erfolgreich beendet: Tübinger THW-Helfer sind aus dem ostbayerischen Katastrophengebiet zurück

+++ Simbach am Inn / Tübingen, 16. Juni 2016 +++

Das vierköpfige ehrenamtliche Team von Trinkwasserexperten aus Tübingen hat seinen Einsatz in Simbach am Inn erfolgreich beendet. Am vergangenen Sonntag hatten sich die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) in Richtung Niederbayern aufgemacht, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen und abzulösen. Angelegt war ihr Einsatz zunächst für mindestens eine Woche. Doch die sehr gute Zusammenarbeit mit den anderen THW-Ortsverbänden, Vertretern der örtlichen Hilfsorganisationen, Stadtwerken, Polizei und Feuerwehr führte dazu, dass das Einsatzziel schneller erreicht werden konnte, als ursprünglich angenommen. Die Bevölkerung kann nun wieder aus den stadteigenen Quellen, Brunnen und Hochbehältern mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt werden.

Infolge der verheerenden Hochwasserkatastrophe mit mehreren Toten und der Zerstörung des Simbacher Stadtzentrums war Anfang Juni die örtliche Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Mehrere Fachgruppen Trinkwasserversorgung des THW aus dem gesamten Bundesgebiet leisteten daraufhin materielle und personelle Unterstützung. Zwei moderne Trinkwasseraufbereitungsanlagen mit einer Leistung von jeweils 15.000 Liter pro Stunde aus Starnberg und Lemgo (NRW) waren im Dauerbetrieb. Auch aus Berlin-Spandau wurde Technik bereitgestellt.

Die Helfer aus Tübingen wurden in den letzten Tagen vor allem in der Trinkwasseranalytik und beim Dauerbetrieb der beiden Anlagen eingesetzt. Auch wurden Wasserproben im gesamten Stadtgebiet gewonnen und physikalisch, chemisch und mikrobiologisch begutachtet. Insgesamt wurden mehr als 5 Millionen Liter Rohwasser aufbereitet und an die Betroffenen verteilt. Für diese Leistung erhielten die Helfer große Dankbarkeit und Unterstützung der Bevölkerung vor Ort.

Für die Simbacher beginnen nun das Aufräumen und der Wiederaufbau ihrer Stadt. Das THW kann auf seinen größten Trinkwassereinsatz im Inland zurückblicken und mit den Erfahrungen in Zukunft noch effektiver arbeiten. Dem Technischen Hilfswerk in Tübingen mit seiner – in Baden-Württemberg einmaligen – Fachgruppe Trinkwasserversorgung ist bewusst geworden, wie schnell und unerwartet aus einer akuten Unwetterkatastrophe ein langfristiger Versorgungsengpass der Bevölkerung mit Trinkwasser entstehen kann.

Vorangehende Updates zu diesem Einsatz:

+++ Simbach am Inn. Dienstag, 14. Juni 2016 +++

Heute haben die THW-Trinkwasserspezialisten in Simbach am Inn die Marke von 5 Millionen Litern aufbereitetem Trinkwasser geknackt – wir gratulieren und danken allen, die hierzu beigetragen haben!

5_Millionen_Liter_Trinkwasser

+++ Simbach am Inn. Montag, 13. Juni 2016 +++

Die vier Tübinger Trinkwasserexperten Dr. Armin Edalat, Sebastian Löffler, Markus Walker und Dr. Jörg Wissler haben ihre Arbeit in Simbach am Inn aufgenommen. Sie helfen dabei, die Trinkwasserversorgung der Stadt durch den Betrieb der beiden dort aufgestellten THW-Trinkwasseraufbereitungsanlagen sicherzustellen und unterstützen hierbei weitere Kollegen vor Ort (mehr zum Hintergrund in unserer ursprünglichen Meldung).

In den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob die reguläre Trinkwasserversorgung durch die Stadt wieder aufgenommen werden kann. Hierzu wartet das zuständige Gesundheitsamt zunächst noch eingehende und unabhängige Untersuchungen der Wasserqualität des städtischen Hochbehälters ab. Die betreffenden Ergebnisse werden vermutlich am Mittwoch vorliegen.

Das Know-How der THW-Spezialisten zur Probenentnahme und Trinkwasseranalytik wird unabhängig hiervon noch mindestens eine Woche lang gefragt sein.

In der Zwischenzeit bleiben die Trinkwasseranlagen wie bereits in den vergangen beiden Wochen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Betrieb. Die Qualität des aufbereiteten Wassers wird regelmäßig kontrolliert.

So wurden am Montag in Zusammenarbeit mit den Wasserwerken im gesamten Stadtgebiet Wasserproben gewonnen und ausgewertet. Mittlerweile sind 4 Millionen Liter Trinkwasser aufbereitet und in Hochbehälter und das bestehende Netz eingespeist worden.

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