Sprengübung und Sucheinsatz im Steinbruch Hägnach

Wenn Sie am Samstag, den 27. Februar 2016, eine Reihe von lauten Knallen im Umfeld des Steinbruchs Hägnach gehört haben, geben wir zu: Ja, das waren wir – aber wir hatten gute Gründe.

Im Einsatzfall kann es rasch geschehen, dass verklemmte oder gebogene Holzstämme geräumt werden müssen: zum Beispiel im Fall von Sturmholz. Wird eine Straße nach einem Sturm etwa von umgestürzten Bäume oder schweren Ästen blockiert, stehen diese häufig unter Spannung. Dann ist bei der Räumung besondere Vorsicht geboten.

In solchen Fällen kann es je nach Lage sinnvoll sein, die betreffenden Stämme nicht (mit speziellen Techniken) zu sägen, sondern gezielt und präzise zu sprengen.

Um Erfahrungen für eben dieses Szenario zu sammeln, kamen am 27. Februar 2016 knapp 40 THW Helfer aus den Ortsverbänden Tübingen, Reutlingen, Rottenburg und Ofterdingen zu einer Sprengübung zusammen. Neben den Tübinger Experten der Bergungsgruppe 2 / Sprengen kamen hierbei vor allem THW-Ausbilder für den Umgang mit Kettensägen und ein Gast der Feuerwehr Burladingen hinzu.

Über verschiedene »normale« Holzsprengungen hinaus befassten sich die Helfer speziell mit der Sprengung mehrerer Baumstämme unter Spannung: Die Stämme wurden jeweils mithilfe des Biegesimulators des THW Ofterdingen fest eingespannt, unter starkem Druck gebogen und anschließend gesprengt. So konnten die Tübinger Sprengexperten die praktischen Auswirkungen dieser speziellen Situation simulieren und wichtige Erkenntnisse für den Einsatzfall sammeln.

Unterbrechung! Zunächst wird noch ein Sucheinsatz notwendig …

Bevor die Helfer aber mit den Vorbereitungen für die Sprengungen beginnen konnten, gab es einen Sucheinsatz zu bewältigen: Eine Person wurde im weiteren Umfeld des Steinbruchs vermisst. Der Sicherheitsbereich der geplanten Sprengübung musste daher zunächst intensiv abgesucht werden. Innerhalb weniger Minuten unterstützten alle Helfer vor Ort den Sucheinsatz: Zugführer Marko Wannenmacher kombinierte hierzu in Absprache mit der Polizei Rettungshundeteams der Tübinger THW Fachgruppe Ortung mit Suchketten und kleinen Teams, die die Gebäude im Steinbruch durchsuchten. Die Polizei hatte einen Helikopter im Einsatz. Nach etwa zwei Stunden gab es dann Entwarnung: Die Person war andernorts gefunden worden – und die Vorbereitungen für die Sprengungen konnten weitergehen.

Nach der Verspätung wurde zunächst das Mittagessen vorgezogen: Alle Helfer konnten sich mit Chili-con-Carne und Brötchen stärken, ehe die nicht direkt mit der Sprengung befassten Helfer in zwei Gruppen aufgeteilt wurden: Die erste Gruppe bezog Sicherungsposten rund um den Steinbruch, um den Gefahrenbereich zuverlässig abzusperren. Die zweite Gruppe konnte sich die konkreten Vorbereitungen zu den Sprengungen vor Ort anschauen. Die Sprechtechniker erklärten hierbei genau, was sie vorhatten und herausfinden wollten. Nach zwei Sprengungen wechselten sich die beiden Gruppen ab – so konnten alle Helfer auch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Sprengberechtigten gewinnen.

Am Ende standen zahlreiche neue und wichtige Erkenntnisse – und das Wissen, für den Einsatzfall erneut noch ein bisschen besser gewappnet zu sein.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Helfern und Gästen, die mit Engagement, Interesse und Geduld an der Übung teilgenommen und diese ermöglicht haben.

Bookmark the permalink.

Comments are closed.