Übungssprengungen im Steinbruch Hägnach

Im Katastrophenfall können gezielte Sprengungen unter anderem ein wichtiges Mittel zur Ergänzung und Erleichterung von Räumungs- und Rettungsarbeiten darstellen. Dies zeigt sich etwa, wenn es gilt, drohende Gefahren durch einsturzgefährdete Gebäudeteile zu beseitigen oder die Räumung von wichtigen Zufahrtsstraßen zu beschleunigen.

Vor diesem Hintergrund bot ein einsturzgefährdetes Fachwerkhaus auf dem Gelände des Steinbruchs Hägnach der Tübinger Fachgruppe B2/Sprengen in den vergangenen Monaten vielfache Möglichkeiten, ihr Know-How in einer Übungsreihe zu erweitern und unter Beweis zu stellen.

Der Rückbau eines einsturzgefährdeten Fachwerkhauses ist hierbei mit besonderen Herausforderungen verbunden: Die Kombination aus Holzverstrebungen und Mauerwerk ist extrem widerstandsfähig und erschwert den Abbruch. Der präzise und gezielte Einsatz von Sprengladungen kann die Rückbauarbeiten allerdings stark beschleunigen – und sicherer machen.

Ziel der genannten Übungsreihe war es daher, die Grundkonstruktion aus Holzbalken durch gezielte Sprengladungen so zu schwächen, dass ein weiterer Rückbau leicht und problemlos möglich werden würde. Eben dies erreichten die Tübingen Spezialisten in einer Sprengübung am Samstag, den 14. März 2015, mit vollem Erfolg.

 

Im Anschluss an die Sprengung konnte die Fachgruppe Räumen des THW Ortsverbandes Ofterdingen die gelockerten Trümmer mit schwerem Räumgerät fachgerecht sortieren und entsorgen. Ein derartiger Sprengerfolg ist selbstverständlich kein Zufall: Der finalen Sprengung gingen gezielte Planungen, Berechnungen, und Tests voraus.

Rückblick: Testsprengungen im Dezember 2014 und Februar 2015

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wurden bereits im Dezember 2014 und Februar 2015 vorbereitenden Sprengungen durchgeführt. Unter anderem stand hierbei eine Versuchsreihe für ein zuverlässiges Durchtrennen von Kanthölzern auf dem Plan. Tatkräftig unterstütz wurde die Tübinger THW Fachgruppe B2/Sprengen d dabei durch je einen weiteren Sprengberechtigten aus den THW-Ortsverbänden Hamburg-Altona und Hechingen. Ganz nach dem Motto »weniger ist mehr« sollten neben der Lademenge auch die Emissionen sowie der Splitterflug für das folgende Projekt auf ein Minimum reduziert werden.

Die hierbei gewonnen Erkenntnisse waren nicht nur für die konkrete Aufgabe im Steinbruch Hägnach gewinnbringend, sondern werden den Sprengberechtigten auch in Zukunft nützliche und einsatzrelevante Erfahrungswerte liefern.

 

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